Springe direkt zu Inhalt

Forschungswerkstätten 2020

Forschungswerkstatt: Biografische Fallrekonstruktion

Dr. Ina Alber-Armenat

Georg-August-Universität Göttingen, Institut für Soziologie

In dieser Forschungswerkstatt werden die Teilnehmenden sowohl die methodologischen Prinzipien als auch die methodische Vorgehensweise biografischer Fallrekonstruktionen kennenlernen. Dieses Verfahren wurde von Gabriele Rosenthal zunächst im Zusammenhang mit der Analyse biografisch-narrativer Interviews entwickelt. Es besteht aus mehreren Analyseschritten, die in der Forschungswerkstatt kurz vorgestellt und an Datenmaterial der Teilnehmenden exemplarisch demonstriert werden. Einen Überblick über das methodische Vorgehen gibt Rosenthal 2004 und 2015. 
Diese Analyseschritte können in modifizierter Form auch Grundlage für die Analyse von Familiengesprächen, Interaktionsverläufen, Videoaufnahmen, von Protokollen teilnehmender Beobachtung sowie von schriftlichen biografischen Materialien sein (Rosenthal 2015; Witte & Rosenthal 2007). In der biografieanalytischen Forschungspraxis wird zudem oftmals triangulierend mit unterschiedlichen Daten und Methoden vorgegangen (Alber & Schiebel 2018; Köttig 2005). In der Forschungswerkstatt werden wir in erster Linie Materialien der Teilnehmenden (vorzugsweise Transkriptionen von Interviews oder die Auflistung biografischer Daten) sowie Fragen zu biografieanalytischen, ggf. triangulierenden, Forschungsdesigns erörtern. Die konkrete Arbeit am Material und damit die Planung der Forschungswerkstatt orientiert sich am eingereichten Datenmaterial. Ich bitte um Verständnis dafür, dass angesichts des vorgegebenen Zeitrahmens nur wenige Materialien gemeinsam bearbeitet werden können. 
Teilnehmende, die eigene Materialien in die Forschungswerkstatt einbringen möchten und sich als aktiv angemeldet haben, werden – nach der Bestätigung der Teilnahme durch die Organisator*innen – aufgefordert, diese einzureichen. Zu senden sind diese dann an info@berliner-methodentreffen.de . Die Materialien werden vom Organisationsteam gesammelt und an die Anbietenden der Forschungswerkstatt weitergeleitet.

Literatur

  • Alber, Ina & Schiebel, Martina (2018). Triangulation in der Biographieforschung. In Helma Lutz, Martina Schiebel & Elisabeth Tuider (Hrsg.), Handbuch Biographieforschung (S.613–622., 2., korrigierte Auflage). Wiesbaden: Springer VS.
  • Dausien, Bettina; Lutz, Helma; Rosenthal, Gabriele & Völter, Bettina (2005). Einleitung. In Bettina Völter, Bettina Dausien, Helma Lutz und Gabriele Rosenthal (Hrsg.), Biographieforschung im Diskurs (S.7–20). Wiesbaden: VS Verlag. 
  • Köttig, Michaela (2005). Triangulation von Fallrekonstruktionen. Biographie- und Interaktionsanalysen. In Bettina Völter, Bettina Dausien, Helma Lutz und Gabriele Rosenthal (Hrsg.), Biographieforschung im Diskurs (S.65–83). Wiesbaden: VS Verlag. 
  • Radenbach, Niklas & Rosenthal, Gabriele (2012). Das Vergangene ist auch Gegenwart, das Gesellschaftliche ist auch individuell. Zur Notwendigkeit der Analyse biographischer und historischer ,Rahmendaten´. Sozialer Sinn. Zeitschrift für hermeneutische Sozialforschung, 13(1), 3–37. 
  • Rosenthal, Gabriele (1995). Erlebte und erzählte Lebensgeschichte. Gestalt und Struktur biographischer Selbstbeschreibungen. Frankfurt am Main: Campus. 
  • Rosenthal, Gabriele (2004). Biographical Research. In Clive Seale, Giampietro Gobo, Jaber F. Gubrium & David Silverman (Eds.), Qualitative research practice (pp.48–64). London: SAGE, https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0168-ssoar-56725.
  • Rosenthal, Gabriele (2015). Interpretative Sozialforschung: Eine Einführung (5., aktualisierte und ergänzte Auflage). Weinheim und München: Beltz Juventa. 
  • Witte, Nicole & Rosenthal, Gabriele (2007), Biographische Fallrekonstruktionen und Sequenzanalysen videographierter Interaktionen. Zur Verknüpfung von Daten und Methoden. Sozialer Sinn. Zeitschrift für hermeneutische Sozialforschung, 8(1), 1–22.

 

Forschungswerkstatt: Wissenssoziologische Diskursanalyse

Dr. Saša Bosančić

Universität Augsburg, Allgemeine Soziologie und Wissenssoziologie

Prof. Dr. Reiner Keller

Universität Augsburg, Allgemeine Soziologie und Wissenssoziologie

Die Wissenssoziologische Diskursanalyse (WDA) formuliert ein Forschungsprogramm zur Untersuchung gesellschaftlicher Wissensverhältnisse und Wissenspolitiken. Ihre theoretischen und methodologischen Grundlegungen liegen in einer Verbindung von wissenssoziologisch-sozialkonstruktivistischen Annahmen und Traditionslinien des soziologischen interpretativen Paradigmas mit theoretisch-begrifflichen Vorschlägen aus Michel Foucaults Reflexionen des Diskursbegriffs. In methodischer Hinsicht greift sie auf Konzepte, Erhebungs- und Analyseverfahren der interpretativen Sozialforschung zurück. Ihr Analyseinteresse richtet sich auf die Untersuchung von Prozessen der diskursiven Konstruktion von Wirklichkeit. Diskurse sind strukturierte Praktiken des Sprach- und Symbolgebrauchs, die spezifische Wissensordnungen konstituieren, mit denen wiederum gesellschaftliche Wirkungen bzw. Machteffekte verbunden sind.

Die Forschungswerkstatt stellt zunächst die Grundannahmen der WDA vor. Im Zentrum steht dann die Erläuterung des methodisch-praktischen Vorgehens in konkreten empirischen Untersuchungen. Der Forschungsprozess beginnt mit der Formulierung von Fragestellungen, beinhaltet die Klärung der Datengrundlagen, die methodischen Schritte ihrer Analyse und schließt mit der Diskussion der Ergebnisse. Forschungen im Rahmen der WDA richten sich auf die Erschließung der Materialität von Diskursen (Akteure, Praktiken, Dispositive) sowie auf die Analyse der diskursiven Wissensformierungen und der daraus entfalteten Subjektivierungsangebote (Deutungsmuster, Klassifikationen, narrative Strukturen, Phänomenstruktur, Argumentative, Subjektmodelle u.a.) sowie deren Effekte. In der Forschungswerkstatt werden dazu Vorgehensweisen der Datenerhebung und der Datenauswertung diskutiert. Die WDA gibt kein Rezeptmodell der Diskursforschung vor, sondern impliziert, dass jedes Projekt den angebotenen Rahmen für seine spezifischen Fragestellungen entsprechend gestalten muss.

Die vorwiegend auf Fragen der praktischen Umsetzung von Vorhaben der Diskursforschung (in unterschiedlichen disziplinären Kontexten) hin ausgelegte Forschungswerkstatt wendet sich zum einen an Interessierte, die ganz allgemein den Ansatz der WDA kennen lernen möchten. Zum zweiten besteht die Möglichkeit, konkrete, mehr oder weniger weit fortgeschrittene eigene Projekte zur Diskussion zu stellen, die bereits mit der WDA arbeiten bzw. dies gegebenenfalls vorhaben. In diesem Fall sollte eine entsprechende, etwa zwei- bis dreiseitige Skizze des Vorhabens sowie der damit verbundenen, beim Berliner Methodentreffen zu diskutierenden Fragen eingereicht werden. Gegebenenfalls können dabei nicht alle Vorschläge, sondern nur eine Auswahl berücksichtigt werden.

Teilnehmende, die eigene Materialien in die Forschungswerkstatt einbringen möchten und sich als aktiv angemeldet haben, werden – nach der Bestätigung der Teilnahme durch die Organisator_innen – aufgefordert diese einzureichen. Zu senden sind diese dann an info@berliner-methodentreffen.de. Die Materialien werden vom Organisationsteam gesammelt und an den Anbietenden der Forschungswerkstatt weitergeleitet.

Literatur

  • Keller, Reiner (2007). Diskurse und Dispositive analysieren. Die Wissenssoziologische Diskursanalyse als Beitrag zu einer wissensanalytischen Profilierung der Diskursforschung [46 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 8(2), Art. 19, http://dx.doi.org/10.17169/fqs-8.2.243.
  • Keller, Reiner (2011). Diskursforschung. Eine Einführung für SozialwissenschaftlerInnen (4. Auflage). Wiesbaden: VS Verlag. 
  • Keller, Reiner (2013). Zur Praxis der Wissenssoziologischen Diskursanalyse. In Reiner Keller & Inga Truschkat (Hrsg.), Methodologie und Praxis der Wissenssoziologischen Diskursanalyse. Band 1: Interdisziplinäre Perspektiven (S.27-68). Wiesbaden: Springer VS.
  • Keller, Reiner & Bosančić, Saša (2018). Wissenssoziologische Diskursanalyse. Die Analyse sozialen Wandels am Beispiel öffentlicher Debatten über Abfall in Deutschland und Frankreich. In Leila Akremi, Nina Baur, Hubert Knoblauch & Boris Traue (Hrsg.), Handbuch Interpretativ Forschen (S.692-723). Weinheim: Beltz Juventa.

 

Forschungswerkstatt: Reflexive Grounded Theory

Prof. i.R. Dr. Franz Breuer

Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Institut für Psychologie

Dr. Petra Muckel

Psychologische Sachverständige in eigener Praxis in Oldenburg

In dieser Forschungswerkstatt soll der Verlauf eines Forschungsprojekts nach Grounded-Theory-Manier in seinen wichtigsten Schritten skizziert werden:

  • Vorwissen und theoretische Sensibilität
  • Themenfokussierung
  • erste (Feld, Gesprächs-) Kontakte
  • Rolle und Reflexion der Person des/der Forschenden
  • Sampling-Überlegungen
  • Dokumentation und Transkription
  • Kodieren
  • Modellbilden
  • Forschungsgruppe (Kolloquium, Supervision etc.)
  • Schreiben
  • Rückmelden und Präsentieren

Die genannten Aspekte werden kurz vorgestellt und erläutert. Zu den einzelnen Phasen, Forschungsschritten bzw. methodischen Wahlentscheidungen können die Teilnehmer*innen (auf dem Hintergrund ihrer eigenen Probleme oder Erfahrungen) Fragen stellen. An ausgewählten Teilnehmer*innen-Projekten machen wir gemeinsame Transfer-Versuche der Arbeitsweise. Dabei soll der Forschungsstil illustriert und vertieft vorgestellt werden. Die Forschungswerkstatt richtet sich an Interessierte unterschiedlicher sozialwissenschaftlicher Fachrichtungen. Bevorzugt werden Fragen aufgeworfen und besprochen, die sich im Zusammenhang mit einem ersten eigenen Forschungsprojekt nach GTM-Modus stellen. Hier können Teilnehmende auch ihre eigenen (Problem-) Erfahrungen und Fragen einbringen.

Teilnehmende, die daran interessiert sind, dass ihr eigenes GTM-Projekt als (Illustrations-) Fall besprochen wird, und sich als aktiv angemeldet haben, werden – nach der Bestätigung der Teilnahme durch die Organisator*innen – aufgefordert, ein informatives Kurzexposé einzureichen. Zu senden ist dieses dann an info@berliner-methodentreffen.de. Die Exposés werden vom Organisationsteam gesammelt und an den Anbietenden der Forschungswerkstatt weitergeleitet.

Einführungsliteratur zur Forschungswerkstatt

  • Breuer, Franz; Muckel, Petra & Dieris, Barbara (2019). Reflexive Grounded Theory. Eine Einführung für die Forschungspraxis (4., durchgesehene und aktualisierte Auflage). Wiesbaden: VS Verlag.


Forschungswerkstatt: Sozialwissenschaftliche Dispositivanalyse

Prof. Dr. Andrea D. Bührmann

Universität Göttingen, Institut für Diversitätsforschung

Sozialwissenschaftliche Diskursanalyse zielt darauf, diskursive Praktiken zur Herstellung und Durchsetzung von Wissen in spezifischen sozio-historischen Kontexten zu analysieren und dessen Formierungsstrukturen, Funktionsmechanismen und Machtwirkungen zu entziffern. Bei der Dispositivanalyse geht es vor diesem Hintergrund um die die systematische Ergänzung und Weiterung diskurstheoretischer Perspektiven und diskursanalytischer Forschungspraxis. Im Zentrum stehen also diskursive und nicht-diskursive Praktiken und deren Vermittlungen. Zu fragen ist damit nach den Wechselbezügen zwischen normierenden Wissensordnungen, ihren konkreten handlungspraktischen Wirksamkeiten im sozialen Austausch von Menschen sowie den damit einhergehenden Selbst-Bezügen und Subjektivitätsformen.

Obwohl mittlerweile einige Konzeptionen für eine (auch) an Foucault orientierte und darüber hinausweisende Forschungsmethodik vorliegen, bleibt eine methodische "Schrittfolge" für Diskurs- und Dispositivanalysen problematisch. Die gilt besonders, falls solche Vorgaben den Anspruch auf Verbindlichkeit und Ausschließlichkeit erheben. Was eine "Diskurs-" bzw. "Dispositivanalyse" jeweils ausmacht, muss je nach Forschungsfrage, ihrer jeweiligen theoretischen und methodologischen Fundierung sowie den damit verbundenen methodisch-praktischen Umsetzungen immer erst bestimmt werden.

Die Forschungswerkstatt bietet mit Blick darauf eine grundlegende und einführende Diskussion zur sozialwissenschaftlichen (Diskurs- und) Dispositivforschung, die vor allen Dingen an konkreten methodisch-praktischen Fragen der Durchführung von Forschungsprojekten orientiert ist.

Teilnehmende, die daran interessiert sind, dass ihr Forschungsprojekt als (Illustrations-) Beispiel besprochen wird, und sich als aktiv angemeldet haben, werden – nach der Bestätigung der Teilnahme durch die Organisator*innen – aufgefordert, ein informatives Kurzexposé einzureichen. Zu senden ist dieses dann an info@berliner-methodentreffen.de. Die Exposés werden vom Organisationsteam gesammelt und an die Anbietende der Forschungswerkstatt weitergeleitet.

Literatur

  • Bührmann, Andrea D.; Diaz-Bone Rainer; Kendall, Gavin; Guiterréz Rodríguez, Encarnación; Schneider, Werner & Tirado, Francisco (Hrsg.) (2007). From Michel Foucault's Discourse Theory to Empirical Social Research on Discourses. Current Methodological Developments und Methodical Applications in Social Research. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research8(2), http://www.qualitative-research.net/index.php/fqs/issue/view/7.
  • Bührmann, Andrea & Schneider, Werner (2012). Vom Diskurs zum Dispositiv. Eine Einführung in die Dispositivanalyse (2. Auflage) Bielefeld: transcript Verlag.


Forschungswerkstatt: Interpretation als Ko-Konstruktion

Prof. Dr. Bettina Dausien

Universität Wien, Institut für Bildungswissenschaft

Was tun wir eigentlich, wenn wir ein Interviewtranskript, ein Beobachtungsprotokoll, eine Tagebuchaufzeichnung oder anderes Material interpretieren und einen Interpretationstext zu diesem (Text-)Material produzieren? In der qualitativen Forschung gibt es verschiedene methodologische Strategien und Methoden, die sicherstellen sollen, dass dieses "Tun" nicht beliebig, sondern regelgeleitet und begründet erfolgt. Allerdings ist die Anwendung von Methoden kein vollständig technologisierbarer Vorgang, der zu einem "folgerichtigen" Interpretationstext führt, sondern eine interpretative Praxis, die von unterschiedlichen Bedingungen strukturiert wird und im je konkreten Fall eines Forschungsprojekts, Materials etc. im Rahmen methodischer Regeln immer wieder neu "hergestellt" wird. Dabei sind die Forschenden selbst aktiv an der Konstruktion ihres Gegenstandes beteiligt.

In methodologischen Debatten wird die Konstruktionsleistung der Forschenden zwar grundsätzlich einbezogen, in den einzelnen methodischen Verfahren fehlen jedoch häufig elaborierte Instrumente für deren Reflexion. Formen der persönlichen Reflexion der Forschenden etwa durch Supervision, ein Forschungstagebuch oder einfach durch "Nachdenken" sind wichtig, sie bleiben aber in methodologischer Hinsicht unbefriedigend. Notwendig ist darüber hinaus eine systematische methodologisch angeleitete Reflexion der Konstruktivität der Forschungspraxis und der "Ko-Konstruktion" der Forschenden im Umgang mit ihrem Material.

Der Gedanke der Ko-Konstruktion lässt sich am Verhältnis zwischen einem "empirischen" Text und den darauf bezogenen, im Forschungsprozess produzierten interpretativen und theoretischen Texten explizieren: Die interpretativen Texte der Forschenden sind mit Alfred Schütz als "Konstruktionen zweiten Grades" zu verstehen. Der Begriff der Ko-Konstruktion reflektiert aber deutlicher als der Schütz'sche Ansatz die wechselseitige Vermittlung und Dynamik zwischen dem empirischen Material (und den sich darin spiegelnden alltagsweltlichen Konstruktionen) und den im Forschungsprozess produzierten "Konstruktionen zweiten Grades". Letztere sind keine aus dem Material "emergierenden" Rekonstruktionen, die zu jenem in einer eindeutigen Relation stehen. Es sind vielmehr unter bestimmten Hinsichten konstruierte Lesarten, die in der kommunikativen Interpretationspraxis herausgearbeitet, bzgl. ihrer Voraussetzungen reflektiert und an bestimmten Kriterien im Hinblick auf Plausibilität und Güte beurteilt werden. Der Blick richtet sich also besonders auf die Relation zwischen den Konstruktionen "im" empirischen Material und den interpretativen Ko-Konstruktionen der Forschenden sowie auf die wechselseitige Strukturierung dieser beiden Konstruktionskontexte in der Forschungspraxis.

Diese Relation zu reflektieren und bestmöglich zu explizieren, ist eine Forderung qualitativer Forschung, insbesondere wenn sie dem Paradigma der interpretativen resp. rekonstruktiven Sozialforschung folgt. Im Sinn der Entwicklung gemeinsamer Qualitätskriterien qualitativer Forschung und einer "schulenübergreifenden" Verständigung soll das Verständnis von Interpretation als Ko-Konstruktion dazu dienen, die eigene interpretative Praxis im Hinblick auf ihre Voraussetzungen (Interessen, Vorannahmen, theoretische Modelle usw.), ihre Produkte (Interpretationstexte, Kategorien, theoretische Konzepte usw.) und die damit einhergehenden Gegenstandkonstruktionen zu reflektieren.

In der Forschungswerkstatt wollen wir – an exemplarischem, von Teilnehmenden eingereichtem Material – das Verhältnis von Text, "Interpretationshinsichten" und Ko-Konstruktionen praktisch ausloten und methodologisch reflektieren.

Teilnehmende, die eigene Materialien in die Forschungswerkstatt einbringen möchten und sich als aktiv angemeldet haben, werden – nach der Bestätigung der Teilnahme durch die Organisator*innen – aufgefordert, diese einzureichen. Zu senden sind diese dann an info@berliner-methodentreffen.de. Die Materialien werden vom Organisationsteam gesammelt und an die Anbietende der Forschungswerkstatt weitergeleitet. (Insgesamt können drei Teilnehmende ihr Material einreichen.)

Literatur

  • Dausien, Bettina (2006). Repräsentation und Konstruktion. Lebensgeschichte und Biographie in der empirischen Geschlechterforschung. In Sabine Brombach & Bettina Wahrig (Hrsg.), LebensBilder. Leben und Subjektivität in neueren Ansätzen der Gender Studies (S.179-211). Bielefeld: transcript Verlag.
  • Dausien, Bettina (2007). Reflexivität, Vertrauen, Professionalität. Was Studierende in einer gemeinsamen Praxis qualitativer Forschung lernen können. Diskussionsbeitrag zur FQS-Debatte "Lehren und Lernen der Methoden qualitativer Sozialforschung". Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 8(1), http://dx.doi.org/10.17169/fqs-8.1.220.
  • Dausien, Bettina (2019). "Doing reflexivity" – Interpretations- und Forschungswerkstätten. Überlegungen und Fragen (nicht nur) aus der Perspektive von "Anfänger*innen" in der Biographieforschung. In Gerhard Jost & Marita Koch (Hrsg.), Handbuch zur soziologischen Biographieforschung: Grundlagen für die methodische Praxis (S.257-276). Opladen, Toronto: Verlag Barbara Budrich.
  • Mecheril, Paul (2003). Text als Medium für Text. Method(olog)ische Anmerkungen zur allmählichen Verfertigung eines Interpretationstextes (Kapitel II aus: Prekäre Verhältnisse. Über natio-ethno-kulturelle (Mehrfach-)Zugehörigkeit). Münster: Waxmann.


Forschungswerkstatt: Narrative Positionierung

Prof. Dr. Arnulf Deppermann

Institut für Deutsche Sprache, Mannheim

Die Analyse narrativer Positionierung interessiert sich für die Identitätsentwürfe, die Erzähler*innen im Kontext autobiografischer Erzählungen produzieren. Das autobiografische Erzählen bietet nicht nur einen privilegierten Zugang zur biografischen Selbstdeutung von Personen, es bietet auch besonders reichhaltige Möglichkeiten der Identitätskonstitution. Im Erzählen positionieren Sprecher*innen sich und andere Akteure sowohl deskriptiv (durch Kategorisierung und Beschreibung) als auch performativ (durch interaktives Handeln und Enaktieren). Dies geschieht sowohl auf der Ebene der je gegenwärtigen Erzählzeit als auch auf der Ebene der erzählten Zeit. Erzähler*innen positionieren damit sich gegenüber ihren Interaktionspartner*innen, werden aber auch durch diese positioniert (z.B. durch Fragen und Reaktionen auf das Erzählte). Diese unterschiedlichen Ebenen und Ressourcen der Positionierung bieten Erzähler*innen vielfältige Möglichkeiten, unterschiedliche Selbstentwürfe in der Interaktion zu projizieren und zueinander ins Verhältnis zu setzen. Dadurch werden differenzierte Selbstentwürfe kommuniziert und biografische Kontinuität und Wandel vielfältig zum Ausdruck gebracht. Ziel der Positionierungsanalyse ist die Untersuchung der sprachlich-kommunikativen Verfahren, mit denen narrative Positionierungen entfaltet werden, und die Rekonstruktion der situierten Identitätsentwürfe von Selbst und Anderen, die damit hergestellt werden. Ein besonderer Schwerpunkt der Analyse ist die Rekonstruktion der erzählerischen agency, d.h., der Präsentation der Selbstpräsentation in Hinblick auf Fragen der Veranlassung, Kontrolle, moralischen Zurechnung und Durchschaubarkeit von Handlungen und Ereignissen.

Die Analyse narrativer Positionierung arbeitet ausschließlich mit Ton- und Videoaufnahmen sowie Transkripten von mündlichen Erzählungen. Die Erzählungen können entweder aus Forschungskontexten (narrativen Interviews, Fokusgruppen) stammen oder im Kontext von nicht eigens für Forschungszwecken arrangierten Interaktionen entstanden sein (Gespräche im Alltag oder in Institutionen). In methodischer Hinsicht werden Vorgehensweisen der Konversationsanalyse (detaillierte Sequenzanalyse der Erzählinteraktion, membership categorization analysis) mit erzähl- und argumentationsanalytischen Verfahren (Erzählstrukturanalyse, Analyse erzählerischer Darstellungsstrategien, Argumentationsstruktur- und funktionsanalyse) verknüpft.

In der Forschungswerkstatt soll anhand von Materialien von zwei Teilnehmenden an jeweils ein bis zwei Erzählpassagen gearbeitet werden. Bewerber*innen werden gebeten, ein Exposé ihrer Forschungsfragen (ca. eine Seite) sowie zwei Vorschläge zu bearbeitender Transkripte (transkribiert nach GAT2) einzureichen. Für die Arbeit in der Forschungswerkstatt müssen die Daten zudem als Audiodatei (mp3/wav) oder Videofile (mpeg4) bereit stehen.

Teilnehmende, die eigene Materialien in die Forschungswerkstatt einbringen möchten und sich als aktiv angemeldet haben, werden – nach der Bestätigung der Teilnahme durch die Organisator*innen – aufgefordert, diese einzureichen. Zu senden sind diese dann an info@berliner-methodentreffen.de. Die Materialien werden vom Organisationsteam gesammelt und an den Anbietenden der Forschungswerkstatt weitergeleitet.

Literatur

  • Bamberg, Michael & Georgakopoulou, Alexandra (2008). Small stories as a new perspective in narrative and identity analysis. Text & Talk, 28(3), 377-396.
  • Deppermann, Arnulf (2015). Positioning. In Anna De Fina & Alexandra Georgakopoulou (Eds.), The Handbook of Narrative Analysis (pp.369-387). New York: Wiley-Blackwell.


Forschungswerkstatt: Ethnografische Forschungsdesigns

Dr. Paul Eisewicht

Lehrstuhl für Allgemeine Soziologie, Technische Universität Dortmund

Prof. Dr. Ronald Hitzler

Lehrstuhl für Allgemeine Soziologie, Technische Universität Dortmund

Unter einem ethnografischen Forschungsdesign in der Soziologie verstehen wir die wissenschaftliche Erkundung eines hinlänglich abgrenzbaren Wissens-, Kommunikations- und/oder Interaktionszusammenhanges, kurz: eines identifizierbaren sozialen Feldes, unter Nutzung verschiedener Verfahren der Datenerhebung und einer oder mehrerer interpretativer Methoden der Datenauswertung. Ethnografie in dem von uns gemeinten Sinne eines Verfahren bzw. Methoden kombinierenden Ansatzes unterscheidet sich somit (deutlich) von Designs standardisierter Erhebungen hier und von sogenannten "qualitativen" Ein-Methoden-Designs da. Ethnografie in dem von uns gemeinten Sinne grenzt sich aber auch ab von Feldforschungskonzepten, in denen – direkte oder indirekte – Veränderungsabsichten intendiert oder impliziert sind (wie etwa solchen, die der sogenannten Aktionsforschung zugerechnet werden können). Ethnografie in dem von uns gemeinten Sinne zielt typischerweise auch nicht ab auf eine Kritik der das je untersuchte Feld kennzeichnenden Praktiken, sondern eher auf ein "vor- bzw. außermoralisches" Verstehen dessen, was im je untersuchten Feld geschieht, und darauf, das (mitunter befremdliche) soziale Geschehen auch für nicht daran Beteiligte verständlich(er) zu machen.

In dieser Forschungswerkstatt sollen nicht bereits erhobene Daten und/oder sonst wie bereits zuhandene Feldmaterialien ausgewertet, sondern die sozialwissenschaftliche Plausibilität bzw. Plausibilisierbarkeit von Designs bzw. Konzepten für geplante oder laufende ethnografische Studien diskutiert werden.

In der Forschungswerkstatt werden maximal drei von Teilnehmern und Teilnehmerinnen eingebrachte Anlagen ethnografischer Studien besprochen. Diese drei Designs bzw. Konzepte werden nach Sichtung der eingegangenen Bewerbungen von uns ausgewählt. Diese Sichtung erfolgt auf der Grundlage von Exposés, in denen Fragestellungen, Zielsetzung, methodische Anlage und theoretische Interessen der in Frage stehenden ethnografischen Studie klar ausgewiesen sein sollen. Diese Exposés sollen mindestens 10.000 und höchstens. 20.000 Zeichen umfassen.

Teilnehmende, die eigene Materialien in die Forschungswerkstatt einbringen möchten und sich als aktiv angemeldet haben, werden – nach Bestätigung der Teilnahme durch die Organisator*innen des BMT – aufgefordert, diese einzureichen. Zu senden sind diese dann an info@berliner-methodentreffen.de. Die Materialien werden vom Organisationsteam gesammelt und an die Anbietenden der Forschungswerkstatt weitergeleitet.

Literatur

  • Breidenstein, Georg; Hirschauer, Stefan; Kalthoff, Herbert & Nieswand, Boris (2013). Ethnografie. Konstanz und München: UVK/UTB.
  • Dellwing, Michael & Prus, Robert (2012). Einführung in die interaktionistische Ethnografie. Wiesbaden: Springer VS.
  • Hitzler, Ronald (1999). Welten erkunden. Soziologie als (eine Art) Ethnologie der eigenen Gesellschaft. Soziale Welt, 50(4), 473-483.
  • Hitzler, Ronald & Eisewicht, Paul (2016). Lebensweltanalytische Ethnographie - im Anschluss an Anne Honer. Weinheim und Basel: Beltz Juventa.
  • Honer, Anne (2011). Das Perspektivenproblem in der Sozialforschung. In dieselbe: Kleine Leiblichkeiten. (S.27-40). Wiesbaden: VS Verlag.
  • Pfadenhauer, Michaela (2017). Grenzziehungen, Grenzverläufe, GrenzgängerInnen. Zum kulturanalytischen Potenzial der Ethnografie [31 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 18(1), Art. 12, 
    http://dx.doi.org/10.17169/fqs-18.1.2782.


Forschungswerkstatt: Qualitative Inhaltsanalyse

Prof. em. Dr. Udo Kuckartz

Philipps-Universität Marburg, Institut für Erziehungswissenschaft

Unter qualitativer Inhaltsanalyse versteht man die systematische und methodisch kontrollierte wissenschaftliche Auswertung von Texten, Bildern, Filmen und anderen Inhalten von Kommunikation. Es werden nicht nur manifeste, sondern auch latente Inhalte analysiert. Im Zentrum der Analyse stehen Kategorien, die deduktiv oder induktiv gebildet werden.

Die qualitative Inhaltsanalyse stellt kein einheitliches Verfahren dar, sondern besitzt eine Reihe von Varianten und Facetten. In der Forschungswerkstatt wollen wir uns auf die inhaltlich-strukturierende Form der Analyse konzentrieren. Anhand der Daten von drei Teilnehmenden soll die praktische Vorgehensweise diskutiert werden, das heißt, es geht weniger um eine Einführung in die qualitative Inhaltsanalyse oder einen Überblick über verschiedene Varianten als vielmehr um die praktischen Probleme der Durchführung.

In der Chronologie des Analyseablaufs sollen folgende Punkte thematisiert werden:

  • Materialauswahl, initiierende Textarbeit
  • Kategorienbildung – a priori und am Material
  • Codieren des Materials
  • Weiterentwicklung der Kategorien, Bildung von Subkategorien
  • Nach dem Codieren: Einfache und komplexe Formen der Analyse
  • Standards und Gütekriterien

Teilnehmende, die eigene Materialien in die Forschungswerkstatt einbringen möchten und sich als aktiv angemeldet haben, werden – nach der Bestätigung der Teilnahme durch die Organisator*innen – aufgefordert, diese einzureichen. Zu senden sind diese dann an info@berliner-methodentreffen.de.

Voraussetzung für die passive Teilnahme ist die Kenntnis der Methode "Qualitative Inhaltsanalyse". Alle Teilnehmenden werden vor der Forschungswerkstatt angeschrieben und erhalten die Möglichkeit, eigene Erfahrungen mit der qualitativen Inhaltsanalyse einzubringen und Fragen zu formulieren.

Literatur

  • Janssen, Markus; Stamann, Christoph; Schreier, Margrit; Whittal, Amanda & Dahl, Thomas (Hrsg.) (2019). Qualitative Inhaltsanalyse I. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 20(3), http://www.qualitative-research.net/index.php/fqs/issue/view/65.
  • Kuckartz, Udo (2018). Qualitative Inhaltsanalyse. Methoden, Praxis, Computerunterstützung (4. Auflage). Weinheim: Beltz Juventa.
  • Mayring, Philipp (2015). Qualitative Inhaltsanalyse. Grundlagen und Techniken (12. Auflage). Weinheim: Beltz-UTB.
  • Schreier, Margrit (2012). Qualitative content analysis in practice. London: Sage.
  • Schreier, Margrit (2014). Qualitative content analysis. In Uwe Flick (Hrsg.), The SAGE Handbook of qualitative data analysis (S.170-183). London etc.: Sage.
  • Schreier, Margrit (2014). Varianten qualitativer Inhaltsanalyse: Ein Wegweiser im Dickicht der Begrifflichkeiten [59 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 15(1), Art. 18, http://dx.doi.org/10.17169/fqs-15.1.2043.

 

Forschungswerkstatt: Interviews mit Experten und Expertinnen

PD Dr. Beate Littig

Universität Wien, Institut für Höhere Studien Wien, Forschungseinheit "Sozial-ökologische Transformation"

Prof. Dr. Wolfgang Menz

Universität Hamburg, Soziologie

In der Forschungswerkstatt  wird es darum gehen, möglichst alle Phasen eines Forschungsvorhabens, das mit Expert*inneninterviews arbeiten will, anhand  von Materialen der Teilnehmenden zu thematisieren; angefangen also vom Forschungsdesign, über die Datengenerierung und -auswertung und bis zur Berichtlegung.

Zur Methodologie des Expert*inneninterviews wird es eine kurze Einführung seitens der Leitenden geben. Diese werden hervorheben, dass Expert*innenninterviews schon lange zur Praxis sozialwissenschaftlicher Forschung gehören, die methodologische Debatte um Expert*inneninterviews hingegen erst rezenten Datums ist. Der Schwerpunkt der Methodendebatte liegt dabei auf Fragen der Expertendefinition, auf der Unterscheidung verschiedener Formen von Expert*inneninterviews und ihrer Stellung im Forschungsdesign sowie auf den Besonderheiten in Interviewführung und Interaktionskonstellation im Vergleich zu anderen Formen qualitativer Interviews. Die Auswertung wird erst neuerdings thematisiert und behandelt die Angemessenheit verschiedener Verfahren (vor allem der qualitativen Inhaltsanalyse oder an der Grounded Theory angelehnte Verfahren). Hinsichtlich der Berichtlegung geht es vor allem um die Problematik der Anonymisierung.

Im Zentrum der Forschungswerkstatt sollen die methodischen Probleme der Teilnehmenden bei der Durchführung von Expert*inneninterviews stehen.

Teilnehmende, die daran interessiert sind, dass ihr Forschungsprojekt als (Illustrations-) Beispiel besprochen wird, und sich als aktiv angemeldet haben, werden – nach der Bestätigung der Teilnahme durch die Organisator*innen – aufgefordert, ein informatives Kurzexposé einzureichen. Zu senden ist dieses dann an info@berliner-methodentreffen.de. Die Exposés werden vom Organisationsteam gesammelt und an die Anbietende der Forschungswerkstatt weitergeleitet.

Literatur

  • Bogner, Alexander; Littig, Beate & Menz, Wolfgang  (Hrsg.) (2009). Experteninterviews. Theorien, Methoden, Anwendungsfelder. Wiesbaden, VS Verlag für Sozialwissenschaften.
  • Bogner, Alexander; Littig, Beate & Menz, Wolfgang  (2014). Interviews mit Experten. Eine praxisorientierte Einführung. Reihe Qualitative Sozialforschung, hrsg. v. Ralf Bohnsack, Uwe Flick, Christian Lüders & Jo Reichertz. Wiesbaden: Springer VS.
  • Littig, Beate (2008). Interviews mit Eliten – Interviews mit ExpertInnen: Gibt es Unterschiede? [37 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 9(3), Art. 16, http://dx.doi.org/10.17169/fqs-9.3.1000.

 

Forschungswerkstatt: Tiefenhermeneutik / Psychoanalytisch orientierte Sozialforschung

Dr. Jan Lohl

Katholische Hochschule Mainz

Dr. Markus Brunner

Sigmund Freud Privatuniversität Wien

Tiefenhermeneutik ist eine psychoanalytisch orientierte Methode der qualitativen Sozial- und Kulturforschung, die von dem Frankfurter Psychoanalytiker und Sozialpsychologen Alfred Lorenzer begründet wurde (Lorenzer 1986). Sie untersucht den narrativen Gehalt von Kulturprodukten und empirischen Forschungsdaten mit dem Ziel, auch unbewusste (nonverbale) Bedeutungen zu verstehen (König et al. 1986, Leithäuser & Volmerg 1988). Um diese Bedeutungen interpretativ zu erschließen, setzt die Tiefenhermeneutik an der Wirkung an, die Forschungsmaterialien auf das Erleben der Forscher*innen entfalten: Eine tiefenhermeneutische Interpretation bewegt sich hin und her zwischen einer genauen regelgeleiteten Lektüre des Forschungsmaterials und der Reflexion von Irritationen, Gefühlen und Konflikten, mit der die Forscher*innen auf das Material reagieren. Werden diese Reaktionen ernst genommen und mit Vorsicht reflektiert, können sie Aufschluss über eine unbewusste Ebene der Forschungsbeziehung (z.B. zwischen Interviewer*in und Interviewee) und damit über eine latente Sinnschicht des Forschungsthemas geben.

Die Forschungswerkstatt bietet die Möglichkeit tiefenhermeneutisches Arbeiten forschungspraktisch auszuprobieren und erste Eindrücke von der methodischen Vorgehensweise zu sammeln. In der Forschungswerkstatt soll es darum gehen, nach einem Input mit empirischem Material der Teilnehmenden tiefenhermeneutisch zu arbeiten. Vorerfahrungen der Teilnehmenden sind hierbei nicht erforderlich. Eingereicht werden können Transskripte von Interviews und Gruppendiskussionen oder Beobachtungsprotokolle gerne auch Kulturprodukte wie Bilder, Karikaturen oder Dokumente usw.

Die endgültige Planung der Forschungswerkstatt erfolgt auf der Basis des eingereichten Materials, wobei das Hauptauswahlkriterium ist, mit unterschiedlichen Materialformen zu arbeiten.

Teilnehmende, die daran interessiert sind, dass ihr Forschungsprojekt als (Illustrations-) Beispiel besprochen wird, und sich als aktiv angemeldet haben, werden – nach der Bestätigung der Teilnahme durch die Organisator*innen – aufgefordert, ein informatives Kurzexposé einzureichen. Zu senden ist dieses dann an info@berliner-methodentreffen.de. Die Exposés werden vom Organisationsteam gesammelt und an die Anbietende der Forschungswerkstatt weitergeleitet.

Literatur

  • Bereswill, Mechthild; Morgenroth, Christine & Redman, Peter (2010). Special issue: Alfred Lorenzer and the depth-hermeneutic method. Psychonalysis, Culture and Society, Vol. 15, 3.
  • Haubl, Rolf & Lohl, Jan (2017). Psychoanalyse und qualitative Sozialforschung. In Günter Mey & Katja Mruck (Hrsg.), Handbuch Qualitative Forschung in der Psychologie, Springer Reference Psychologie, https://doi.org/10.1007/978-3-658-18387-5_6-1.
  • Haubl, Rolf & Lohl, Jan (2017). Tiefenhermeneutik als qualitative Methode. In Günter Mey & Katja Mruck (Hrsg.) (2017), Handbuch Qualitative Forschung in der Psychologie, Springer Reference Psychologie, https://doi.org/10.1007/978-3-658-18387-5_57-1.
  • König, Hans-Dieter (2008). Tiefenhermeneutik. In Uwe Flick, Ernst von Kardorff & Ines Steinke (Hg.), Qualitative Forschung. Ein Handbuch (S.556-568). Reinbek: Rowohlt.
  • König, Julia; Burgermeister, Nicole; Brunner, Markus; Berg, Philipp & König, Hans-Dieter für die Forschungswerkstatt Tiefenhermeneutik (Hg.) (2018). Dichte Interpretation. Tiefenhermeneutik als Methode qualitativer Forschung. Wiesbaden: Springer VS.
  • Leithäuser, Thomas. & Volmerg, Birgit (1988). Psychoanalyse in der Sozialforschung. Eine Einführung. Opladen: Westdeutscher Verlag.
  • Lohl, Jan (2013). »Die Deutschen wurden bestraft, die Juden nicht«. Zur Konstitution des Antisemitismus nach Auschwitz im Alltagsdiskurs der 1950er Jahre. Psychoanalyse. Texte zur Sozialforschung. Jg.17, H. 2, 204-225.
  • Lohl, Jan (2017). Hass gegen das eigene Volk. Tiefenhermeneutische Analysen rechtspopulistischer Propaganda. Psychologie und Gesellschaftskritik Jg. 41, H. 3/4, 9-40.
  • Lorenzer, Alfred (1986). Tiefenhermeneutische Kulturanalyse. In Hans-Dieter König et al. (Hg.), Kultur-Analysen (S.11-98), Frankfurt am Main: Fischer.
  • Morgenroth, Christine (2010). Die dritte Chance. Therapie und Gesundung von jugendlichen Drogenabhängigen. Wiesbaden: VS Verlag, S.45-73.

  

Forschungswerkstatt: Grounded-Theory-Methodologie

Prof. Dr. Günter Mey

Hochschule Magdeburg-Stendal / Institut für Qualitative Forschung, Internationale Akademie Berlin

Die Grounded-Theory-Methodologie (GTM) – in der Soziologie von Glaser und Strauss begründet – ist eine der am weitesten verbreiteten qualitativen Forschungsmethodologien, zu der mittlerweile unterschiedliche Positionen vorliegen (einen Überblick bieten die beiden Sage Handbooks of Grounded Theory von Bryant & Charmaz 2010, 2019 sowie die beiden Grounded Theory Reader mit klassischen und neuen Texten zur GTM von Mey & Mruck 2007, 2011). Mittlerweile wird von einer "Second Generation" – insbesondere geprägt durch Charmaz und Clarke – gesprochen. Die GTM wird nicht nur mit anderen Ansätzen wie Narrationsanalyse oder Diskursforschung in Verbindung gebracht und zudem "reflexiv" verstanden, auch weitet sich in jüngster Zeit der Datenbezug über Texte aus und es werden Bilder/Fotos und Filme/Videos einbezogen.

In der Forschungswerkstatt geht es vor allem darum, orientiert an den Fragen und dem Bedarf der Teilnehmenden und an konkretem Material die wesentlichen Konzepte (u.a. Theoretische Sensibilität) und Auswertungsschritte (v.a. offenes, axiales und selektives Kodieren, wie es in der GTM-Variante nach Strauss/Corbin [1996] vorgeschlagen wird, bzw. initiale und fokussierte Kodierung sensu Charmaz 2014) sowie Planungsfragen (u.a. Theoretisches Sampling) gemeinsam zu besprechen (im Überblick Mey & Mruck 2009, 2018).

Vor dem Hintergrund dieser Schwerpunktsetzung können als Materialien zur Besprechung eingereicht werden:

  • Forschungsskizzen zur Diskussion von Projektplanungen/Forschungsdesigns
  • Trankskripte zum Kodieren
  • Netzwerkkarten/Visualisierungen

Die endgültige Planung orientiert sich an den eingereichten Materialien. Die Auswahl wird von dem Interesse geleitet sein, möglichst verschiedene Stationen im Prozess einer GTM-Studie ansprechen zu können. Damit der Werkstattcharakter eingelöst werden kann, können maximal zwei Projekte (Exposé/Daten) diskutiert werden.

Teilnehmende, die eigene Materialien in die Forschungswerkstatt einbringen möchten und sich als aktiv angemeldet haben, werden – nach der Bestätigung der Teilnahme durch die Organisator*innen – aufgefordert, diese einzureichen. Zu senden ist dieses dann an info@berliner-methodentreffen.de. Die Materialien werden vom Organisationsteam gesammelt und an den Anbietenden der Forschungswerkstatt weitergeleitet.

Literatur

  • Bryant, Anthony & Charmaz, Kathy (Hrsg.) (2007). The Sage Handbook of Grounded Theory. London: Sage. [2010: Paperback]
  • Bryant, Anthony & Charmaz, Kathy (Hrsg.) (2019). The Sage Handbook of Current Developments in Grounded Theory. London: Sage.
  • Mey, Günter & Mruck, Katja (2007). Grounded Theory Reader (HSR-Supplement, No. 19). Köln: ZHSF, https://www.gesis.org/hsr/volltext-archiv/hsr-supplement/hsr-suppl-19/.
  • Mey, Günter & Mruck, Katja (2009). Methodologie und Methodik der Grounded Theory. In Wilhelm Kempf & Marcus Kiefer (Hrsg.), Forschungsmethoden der Psychologie. Zwischen naturwissenschaftlichem Experiment und sozialwissenschaftlicher Hermeneutik. Band 3: Psychologie als Natur- und Kulturwissenschaft. Die soziale Konstruktion der Wirklichkeit (S.100-152). Berlin: Regener.
  • Mey, Günter & Mruck, Katja (2011). Grounded Theory Reader (2., erweiterte und überarbeite Auflage). Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 
    http://www.springer.com/springer+vs/psychologie/book/978-3-531-17103-6.
  • Mey, Günter & Mruck, Katja (2018). Grounded-Theory-Methodologie in der Psychologie. In Günter Mey & Katja Mruck (Hrsg.), Handbuch Qualitative Forschung in der Psychologie (2., aktualisierte und erweiterte Auflage). Heidelberg: Springer Reference Psychologie. DOI: https://doi.org/10.1007/978-3-658-18387-5_46-1
  • Strauss, Anselm L. & Corbin, Juliet (1996). Grounded Theory. Grundlagen Qualitativer Sozialforschung. Weinheim: Beltz.

  

Forschungswerkstatt: Videoanalyse

Dr. Christine Moritz

Feldpartitur GmbH, Transkription von Videodaten

Mit der Forschungswerkstatt werden zwei Ziele verfolgt: Zum einen die Arbeit am Material von Teilnehmenden, zum anderen der Überblick über die derzeit wichtigsten Forschungsmethoden (Moritz 2014, Moritz & Corsten 2018). 

Der Einstieg in die Gruppenarbeit wird mit der Methode "strukturierte Erstbetrachtung" gestaltet. Hierbei handelt es sich um das didaktisch angeleitete erste Betrachten eines Videos/einer Filmsequenz in der Arbeitsgruppe. Die anschließende Interpretation leitet über in die Arbeit mit dem "Viergliedrigen Videoanalyserahmen" (Moritz 2014), mit dem die vielen, dynamisch sich entwickelnden Einzelaspekte der Interpretationsgemeinschaft in Schlagworten notiert und grobstrukturiert werden.
Aufbauend auf diese gemeinsame Erarbeitung wird der zweite Teil der Forschungswerkstatt dem Überblick über die derzeit gängigen Video-/Filmanalyse-Methoden gewidmet (Moritz 2018a, Moritz 2018b). Fragen und Erfahrungen der Teilnehmer*innen sollen in dieser interaktiven Arbeitsphase viel Raum für Diskussion und Reflexion finden.

Die Werkstatt richtet sich an Forschende, die selbst mit Video-/Filmmaterial arbeiten oder dies in naher Zukunft planen. Spezifische Einschränkungen hinsichtlich Disziplin oder Forschungsmethode bestehen nicht - die Werkstatt ist interdisziplinär und methodenübergreifend gestaltet. Grundkenntnisse des Qualitativen Paradigmas sind jedoch Voraussetzung für die Teilnahme an der Forschungswerkstatt.

Anmeldung und Prozedere: Bitte geben Sie bei Ihrer Anmeldung an, ob Sie "aktiv" (also mit Ihrem eigenen videografischen/filmischen Forschungsmaterial) oder "partizipierend" (ohne eigenes Forschungsmaterial) teilnehmen möchten. Das Videomaterial kann, sofern dies methodisch und inhaltlich sinnvoll ist, anonymisiert werden. Die Auswahl für eine aktive Teilnahme erfolgt auf der Grundlage der eingereichten Exposés (maximal 2 Seiten, Schriftgröße 11), die folgende Punkte enthalten sollten: Titel Ihrer Arbeit, Ihre Disziplin, Ihre Forschungsfrage (!) und Forschungsmethode (!), bisherige Erfahrungen mit qualitativer Video-/Filmanalyse, Ihre Fragen, die in der Werkstatt behandelt werden sollen und nicht zuletzt zwei bis drei Sätze zu Ihrem Material, welches Sie einbringen möchten.

Teilnehmende, die eigene Materialien in die Forschungswerkstatt einbringen möchten und sich als aktiv angemeldet haben, werden – nach Bestätigung der Teilnahme durch die Organisator*innen des BMT – aufgefordert, ein Exposé einzureichen. Zu senden ist dieses dann an info@berliner-methodentreffen.de. Die Materialien werden vom Organisationsteam gesammelt und an die Anbietenden der Forschungswerkstatt weitergeleitet.

Literatur

  • Moritz, Christine (2014). Vor, hinter, für und mit der Kamera: Viergliedriger Video-Analyserahmen in der Qualitativen Sozialforschung. In Christine Moritz (Hrsg.), Transkription von Video- und Filmdaten in der Qualitativen Sozialforschung: Multidisziplinäre Annäherung an einen komplexen Datentypus (S.17-54). Wiesbaden: Springer VS. (Infos: http://www.springer.com/springer+vs/soziologie/book/978-3-658-00878-9)
  • Moritz, Christine (2018a). "Well, it depends...": Die mannigfaltigen Formen der Videoanalyse in der Qualitativen Sozialforschung. Eine Annäherung. In Christine Moritz & Michael Corsten (Hrsg.), Handbuch Qualitative Videoanalyse (S.331-364). Wiesbaden: Springer VS.
  • Moritz, Christine (2018b). "Massenfieber" – Methodische Annäherungen an emotionale Intensität unter dem Aspekt der Nano-Kommunikation in großen Menschenansammlungen. In Christine Moritz & Michael Corsten (Hrsg.), Handbuch Qualitative Videoanalyse (S.331-364). Wiesbaden: Springer VS. (Infos: http://www.feldpartitur.de/publikationen/)
  • Moritz, Christine & Corsten, Michael (2018). Handbuch Qualitative Videoanalyse. Wiesbaden: Springer VS.

 

Forschungswerkstatt: Dokumentarische Methode

Prof. Dr. Aglaja Przyborski

Bertha von Suttner Privatuniversität, St. Pölten

Philomena Pötscher

Universität Wien

Die dokumentarische Methode ist ein Verfahren der rekonstruktiven Sozialforschung und findet mittlerweile in vielfältigen Gegenstandsbereichen und zahlreichen Disziplinen Anwendung; zunehmend beweist sie in transdisziplinär ausgerichteten Forschungsprojekten ihre Stärken. Die Methode ist in der Arbeit mit Gruppendiskussionen, teilnehmender Beobachtung und narrativen Interviews entstanden, dann für weitere Textsorten und in den letzten Jahren für die Bild- und Videoanalyse weiterentwickelt worden.

Ziel der Forschungswerkstatt im Rahmen des Berliner Methodentreffen ist es, anhand konkreter, forschungspraktischer Beispiele aus dem Material der Teilnehmer*innen die grundlegenden Arbeitsschritte, Kristallisations- und Knackpunkte der dokumentarischen Methode erfahrbar zu machen.

Den methodischen Schwerpunkt soll die Arbeit mit Gruppendiskussionen und/oder Bildern bilden.

Wenn Sie interessiert sind, dass wir die Dokumentarische Methode entlang Ihres Forschungsvorhabens in der Forschungswerkstatt beleuchten, sind folgende Unterlagen als Materialgrundlage notwendig:

  • Projektplanung und Forschungsdesigns
  • Trankskripte von Gruppendiskussionen (oder anderen Gesprächsformaten) oder
  • Bilder/Fotos
  • Interpretation (formulierende und/oder reflektierende Interpretation nach der Dokumentarischen Methode) zu Ihrem Ausgangsmaterial (Transkript und/oder Bild), die uns zur Verfügung gestellt wird 

Es können maximal zwei Vorlagen diskutiert werden. Das Material, das besprochen wird, wird spätestens ein Monat vor der Forschungswerkstatt an alle Teilnehmer*innen zur Voransicht versandt.

Teilnehmende, die eigene Materialien in die Forschungswerkstatt einbringen möchten und sich als aktiv angemeldet haben, werden – nach der Bestätigung der Teilnahme durch die Organisator*innen – aufgefordert, diese einzureichen. Zu senden sind diese dann an info@berliner-methodentreffen.de. Die Materialien werden vom Organisationsteam gesammelt und an die Anbietenden der Forschungswerkstätten weitergeleitet.

Literatur

  • Bohnsack, Ralf (2007). Rekonstruktive Sozialforschung. Einführung in qualitative Methoden (6. Auflage). Opladen: Verlag Barbara Budrich.
  • Bohnsack, Ralf (2008). Qualitative Bild- und Videointerpretation. Opladen: Verlag Barbara Budrich.
  • Loos, Peter; Nohl, Arnd-Michael; Przyborski, Aglaja & Schäffer, Burkhard (2013). Dokumentarische Methode. Grundlagen - Entwicklungen - Anwendungen. Opladen, Berlin, Toronto: Verlag Barbara Budrich.
  • Przyborski, Aglaja (2004). Gesprächsanalyse und dokumentarische Methode. Qualitative Auswertung von Gesprächen, Gruppendiskussionen und anderen Diskursen. Wiesbaden: VS Verlag.
  • Przyborski, Aglaja & Slunecko, Thomas (2010). Dokumentarische Methode. In Günter Mey & Katja Mruck (Hrsg.), Handbuch Qualitative Forschung in der Psychologie (S.627-642).  Wiesbaden: VS Verlag.
  • Przyborski, Aglaja & Slunecko, Thomas (2012). Linie und Erkennen: Die Linie als Instrument sozialwissenschaftlicher Bildinterpretation. Journal für Psychologie, 20/3, http://www.journal-fuer-psychologie.de/index.php/jfp/article/view/239.
  • Przyborski, Aglaja & Wohlrab-Sahr, Monika (2014). Qualitative Sozialforschung. Ein Arbeitsbuch (4., erweiterte Auflage). München: Oldenbourg.

 

Forschungswerkstatt: Wissenssoziologische Bildhermeneutik

Prof. Dr. Jürgen Raab

Universität Koblenz-Landau, Campus Landau, Institut für Sozialwissenschaften

Dr. Sebastian W. Hoggenmüller

Universität Luzern / Universität Koblenz-Landau, Campus Landau, Institut für Sozialwissenschaften

Unter dem Eindruck der zunehmenden Medialisierung sich modernisierender Gesellschaften ist in den Sozialwissenschaften die Aufmerksamkeit für die Kulturbedeutung von visuellen und audiovisuellen Ausdrucks- und Darstellungsformen auf breiter Front neu entfacht. Der sogenannte "Visual Turn" führte nicht nur zum Wiedererwachen und zur Neuanregung der Visuellen Soziologie. Vielmehr scheint sich in den Sozial- und Kulturwissenschaften zusehends die Einsicht durchzusetzen, dass Bilder mit ihrer spezifischen kommunikativen Qualität entscheidend beitragen zur technisch-medialen Herstellung und Tradierung, Stabilisierung und Veränderung nicht allein von persönlichen und kollektiven Identitäten, sondern von gesellschaftlichem Wissen und von sozialer Wirklichkeit insgesamt.

Die Forschungswerkstatt widmet sich den Herausforderungen, Problemen und Potenzialen der methodisch-kontrollierten sozialwissenschaftlichen Analyse von unbewegten Bildern in ihren mannigfaltigen Erscheinungsformen (Fotografie, Collage, Zeichnung, Gemälde, Comic u.a.m.). Ausgehend von den methodologischen und methodischen Ansätzen der wissenssoziologischen Bildhermeneutik verfolgt die Forschungswerkstatt das Ziel, interpretative Zugänge zu den symbolischen Ordnungen von Einzelbilddarstellungen ebenso vorzustellen, zu diskutieren und an konkreten Materialien zu erproben, wie zu deren vielfältig möglichen kontextuellen Arrangements in dramaturgischen, seriellen, scheinbar zufälligen oder systematisch vergleichenden Bildanordnungen.

Nach der Bestätigung der Teilnahme durch die Organisator*innen werden Teilnehmende, die eigene Materialien in die Forschungswerkstatt einbringen möchten und sich als aktiv angemeldet haben, aufgefordert, diese an info@berliner-methodentreffen.de zu senden. Die Materialien werden vom Organisationsteam gesammelt und an die Anbietenden der Forschungswerkstatt weitergeleitet.

Literatur

  • Breckner, Roswitha & Raab, Jürgen (Hrsg.) (2016). Materiale Visuelle Soziologie. Schwerpunktheft der Zeitschrift für Qualitative Forschung (ZQF), 17/1+2.
  • Breckner, Roswitha (2018). Denkräume im Bildhandeln auf Facebook. Ein Fallbeispiel in biografieanalytischer Perspektive. In Michael R. Müller & Hans-Georg Soeffner (Hg.), Das Bild als soziologisches Problem. Herausforderungen einer Theorie visueller Sozialkommunikation (S.70-94). Weinheim & Basel: Beltz Juventa. 
  • Hoggenmüller, Sebastian W. (2016). Die Welt im (Außen-)Blick. Überlegungen zu einer ästhetischen Re|Konstruktionsanalyse am Beispiel der Weltraumfotografie 'Blue Marble'. Zeitschrift für Qualitative Forschung, 17/1+2, 11-40.
  • Hoggenmüller, Sebastian W. (2020). Globalisierungsforschung als Bildforschung. Zur bildlichen Erzeugung globaler Beobachtungsordnungen und ihrer Analyse. In Hannah Bennani, Martin Bühler, Sophia Cramer & Andrea Glauser (Hg.), Global beobachten und vergleichen. Soziologische Analysen zur Weltgesellschaft. Frankfurt am Main & New York: Campus Verlag (im Druck).
  • Müller, Michael R. (2012). Figurative Hermeneutik. Zur methodologischen Konzeption einer Wissenssoziologie des Bildes. Sozialer Sinn. Zeitschrift für hermeneutische Sozialforschung 1, 129–161.
  • Raab, Jürgen (2012). Visuelle Wissenssoziologie der Fotografie. Sozialwissenschaftliche Analysearbeit zwischen Einzelbild, Bildsequenz und Bildkontext. Österreichische Zeitschrift für Soziologie, 2, 121-142.
  • Raab, Jürgen (2017). Fotografie und Phänomenologie. Zur Methodologie einer wissenssoziologischen Konstellationsanalyse. In Thomas Eberle (Hg.), Fotografie und Gesellschaft. Phänomenologische und wissenssoziologische Perspektiven (S.381-393). Bielefeld: transcript Verlag.
  • Raab, Jürgen (2019). Gute Bilder – böse Bilder. Bildethiken moralischer Kollektive. In Stefan Joller & Marija Stanisavljevic (Hg.), Moralische Kollektive.(S.299-326). Wiesbaden: Springer VS.
  • Raab, Jürgen (2019). "Wer mehr sieht, hat mehr recht." Zur Kritik der wissenssoziologischen Bildhermeneutik. In Ronald Hitzler, Jo Reicherts & Norbert Schröer (Hg.), Kritik der Hermeneutischen Wissenssoziologie (S.367-379). Weinheim & Basel: Beltz Juventa.

  

Forschungswerkstatt: Mixed Methods

Dr. Stefan Rädiker

Methoden-Expertise.de

Ein umfassenderes Verständnis von sozialen Phänomenen, eine Erweiterung der (Analyse‑)Perspektiven und die Kontextualisierung von Ergebnissen – Gründe für die Kombination qualitativer und quantitativer Methoden gibt es viele. Daher wundert es nicht, dass in den letzten Jahren die planvolle Kombination von qualitativen und quantitativen Daten und Ergebnissen im Rahmen einer gemeinsamen Studie stetig an Bedeutung zunimmt.

Bei der Beschäftigung mit Mixed Methods steht nicht eine bestimmte Analysetechnik qualitativer Daten im Vordergrund, sondern die systematische Bearbeitung der Frage, wie sich qualitative und quantitative Forschung gewinnbringend verbinden lassen. Dementsprechend werden wir uns in der Forschungswerkstatt – am Beispiel von ausgewählten Projekten der Teilnehmenden – häufig gestellten Fragen der konkreten Forschungspraxis und Umsetzung widmen:

  • Wie sieht ein Mixed-Methods-Design aus?
  • An welchen Stellen ist "Mixing" überhaupt möglich und sinnvoll (points of integration)?
  • Welcher Gewinn lässt sich durch die Verbindung qualitativer und quantitativer Samplings, Daten und Ergebnissen erzielen und welche Begründungen für die Durchführung einer Mixed-Methods-Studie können herangezogen werden?
  • Wie lassen sich qualitative und quantitative Daten aufeinander beziehen und welche Formen der Ergebnisdarstellung existieren? Welche Rolle können Joint Displays bei der Analyse und Präsentation übernehmen?

Teilnehmende, die ihr geplantes oder laufendes Mixed-Methods-Projekt in die Forschungswerkstatt einbringen möchten und sich als aktiv angemeldet haben, werden – nach der Bestätigung der Teilnahme durch die Organisator*innen – aufgefordert, diese einzureichen. Dafür ist eine Kurzskizze des Projekts zu erstellen, in der Sie auf folgende Punkte soweit bereits möglich eingehen sollten (2 bis 4 Seiten):

  • Fragestellungen
  • qualitative und quantitative Daten sowie Stand und Art der vorgesehenen Analyse
  • Fragen, "Knackpunkte" und Unsicherheiten, die Sie im Projekt beschäftigen
  • Punkte, zu denen Sie gerne eine Rückmeldung in der Forschungswerkstatt hätten

Zu senden sind diese dann an info@berliner-methodentreffen.de. Die Materialien werden vom Organisationsteam gesammelt und an die Anbietenden der Forschungswerkstatt weitergeleitet.

Alle Teilnehmenden erhalten zudem vorab die Möglichkeit, ihre Fragen zum Thema einzubringen, sodass wir diese in der Forschungswerkstatt berücksichtigen können.

Literatur

  • Baur, Nina; Kelle, Udo & Kuckartz, Udo (2017) (Hrsg.). Mixed Methods. Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie Sonderhefte, Band 57.
  • Bazeley, Patricia (2018). Integrating analysis in mixed methods research. London: Sage.
  • Creswell, John (2014). A Concise Introduction to Mixed Methods Research. Thousand Oaks, CA: Sage.
  • Kuckartz, Udo (2014). Mixed Methods. Methodologie, Forschungsdesigns und Analyseverfahren. Wiesbaden: Springer VS.

  

Forschungswerkstatt: Wissenssoziologische Hermeneutik

Prof. em. Dr. Jo Reichertz

Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI)

Diese Forschungswerkstatt bietet die Möglichkeit, forschungspraktisch mit der wissenssoziologischen Hermeneutik zu arbeiten. Dieses theoretischemethodologische und methodische Konzept hat zum Ziel, die gesellschaftliche Bedeutung jeder Form von Interaktion (sprachlicher wie nichtsprachlicher; face-to-face wie institutionell geformter) und aller Arten von Interaktionsprodukten (Kunst, Religion, Unterhaltung, Geschäftsordnungen etc.) zu (re-) konstruieren.

Untersucht wird, wie Handlungssubjekte – hineingestellt und sozialisiert in historisch und sozial entwickelte und abgesicherte Routinen und Deutungen des jeweiligen Handlungsfeldes – diese einerseits vorfinden und sich aneignen (müssen), andererseits diese immer wieder neu ausdeuten und damit auch "eigen-willig" und "eigen-sinnig" erfinden (müssen). Diese selbständigen Neuauslegungen des vorgefundenen Wissens werden (ebenfalls als Wissen) ihrerseits wieder in das gesellschaftliche Handlungsfeld eingespeist und verändern es.

Das Handeln der Akteure gilt in dieser Perspektive erst dann als verstanden, wenn der Interpret/die Interpretin in der Lage ist, es aufgrund des erhobenen Materials (Interviews, Beobachtungen, Dokumente etc.) in Bezug zu dem vorgegebenen und für die jeweilige Handlungspraxis relevanten Bezugsrahmen zu setzen und es in dieser Weise für diese Situation als eine (für die Akteure) sinn-machende (wenn auch nicht immer zweck-rationale) "Lösung" nachzuzeichnen.

Thematischer Schwerpunkt der Forschungswerkstatt soll das Handeln von Menschen in alltagsweltlichen Kontexten und außeralltäglichen Erfahrungszusammenhängen sein.

Teilnehmende, die eigene Materialien in die Forschungswerkstatt einbringen möchten und sich als aktiv angemeldet haben, werden – nach der Bestätigung der Teilnahme durch die Organisator*innen – aufgefordert diese einzureichen. Zu senden sind diese dann an info@berliner-methodentreffen.de. Die Materialien werden vom Organisationsteam gesammelt und an den Anbietenden der Forschungswerkstatt weitergeleitet.

Literatur

  • Hitzler, Ronald; Reichertz, Jo & Schröer, Norbert (Hrsg.) (1999). Hermeneutische Wissenssoziologie. Standpunkte zur Theorie der Interpretation. Konstanz: UVK.
  • Hitzler, Ronald; Reichertz, Jo & Schröer, Norbert  (Hrsg.) (2019). Kritik der Hermeneutischen Wissenssoziologie. Wiesbaden: Juventa.
  • Reichertz, Jo (2006). Hermeneutische Wissenssoziologie. In Ralf Bohnsack, Winfried Marotzki & Michael Meuser (Hrsg.), Hauptbegriffe qualitativer Sozialforschung (S.85-89). Opladen& Farmington Hills: Verlag Barbara Budrich.
  • Reichertz, Jo (2016). Qualitative und interpretative Sozialforschung. Eine Einladung. Wiesbaden: Springer VS.
  • Reichertz, Jo & René Tuma (Hrsg.) (2017). Der Kommunikative Konstruktivismus bei der Arbeit. Weinheim: Juventa.
  • Schröer, Norbert (1994) (Hrsg.). Interpretative Sozialforschung. Auf dem Wege zu einer Hermeneutischen Wissenssoziologie. Opladen: Westdeutscher Verlag.

 

Forschungswerkstatt: Fallauswahl

Prof. Dr. Margrit Schreier

Jacobs University Bremen, Arbeitsbereich Psychology and Methods

Dr. Nicole Weydmann

Jacobs University Bremen, Arbeitsbereich Psychology and Methods

Beim Sampling in der quantitativen Forschung geht es oft darum, durch Zufallsauswahl eine repräsentative Stichprobe zu gewinnen, um von der Stichprobe auf eine Grundgesamtheit zu schließen. In der qualitativen Forschung stehen dagegen meist ganz andere Ziele im Vordergrund. Dabei wird eine begrenzte Anzahl von Fällen vertieft, differenziert untersucht und dargestellt. Wesentlich für die Auswahl der Fälle ist dabei meist nicht die Repräsentativität, sondern dass die Fälle im Hinblick auf die Fragestellung möglichst informationshaltig sind (sog. absichtsvolle Fallauswahl).

Was heißt "informationshaltig" in der Praxis aber genau? Wie geht man bei der absichtsvollen Fallauswahl vor, und wie viele Fälle sind "genug"? Diesen Fragen gehen wir in der Forschungswerkstatt anhand von Untersuchungsbeispielen der Teilnehmer*innen nach. Es werden verschiedene Kriterien und Strategien der Fallauswahl beschrieben und erprobt. Diese Strategien und Kriterien stammen teilweise aus der qualitativ-sozialwissenschaftlichen Tradition (z.B. kriterienorientierte Fallauswahl, theoretisches Sampling, qualitative Stichprobenpläne, heterogene Stichprobenziehung), teilweise aus der Literatur zur Durchführung von Fallstudien (z.B. Auswahl von typischen Fällen, Extremfällen, abweichenden Fällen). Soweit noch Zeit ist und die Teilnehmenden dies möchten, sprechen wir auch über verschiedene Konzepte von Verallgemeinerung und wie diese mit Strategien der Fallauswahl zusammenhängen.

Die Forschungswerkstatt eignet sich für alle, die eine qualitative Studie planen und sich schon vorab über die Fallauswahl Gedanken machen. Sie soll auch denjenigen eine Hilfestellung an die Hand geben, die ihre Fallauswahl bereits abgeschlossen haben und sich nun fragen, was sie auf dieser Grundlage aussagen können.

Die Fallauswahl ist ein Teil des Untersuchungsdesigns und geht damit über die Anwendung einzelner Methoden hinaus. Neben der Beschreibung von Strategien sind daher auch methodologische Überlegungen zur Fallauswahl in der qualitativen und der quantitativen Forschung Bestandteile der Forschungswerkstatt.

Teilnehmende, die eigene Materialien in die Forschungswerkstatt einbringen möchten und sich als aktiv angemeldet haben, werden – nach der Bestätigung der Teilnahme durch die Organisator*innen – aufgefordert diese einzureichen. Zu senden sind diese dann an info@berliner-methodentreffen.de. Die Materialien werden vom Organisationsteam gesammelt und an den Anbietenden der Forschungswerkstatt weitergeleitet.

Literatur

  • Gobo, Gampietro (2004). Sampling, representativeness, and generalizability. In Clive Seale,  Giampietro Gobo, Jaber F. Gubrium & David Silverman (Eds.), Qualitative research practice (pp.435-456). London: Sage.
  • Mason, Mark (2010). Sample size and saturation in PhD studies using qualitative interviews [63 paragraphs]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 11(3), Art. 8, http://dx.doi.org/10.17169/fqs-11.3.1428.
  • Schreier, Margrit (2020). Fallauswahl. In Günter Mey & Katja Mruck (Hrsg.), Handbuch Qualitative Forschung in der Psychologie. Springer Reference Psychologie, https://doi.org/10.1007/978-3-658-18387-5_19-2.

 

Forschungswerkstatt: Partizipative Forschung

Prof. Dr. Hella von Unger

Ludwig-Maximilians-Universität, Institut für Soziologie

Prof. em. Dr. Jarg Bergold

Freie Universität Berlin, Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie

Partizipative Forschungsmethoden sind auf die Planung und Durchführung eines Untersuchungsprozesses gemeinsam mit jenen Menschen gerichtet, deren soziale Welt und sinnhaftes Handeln als lebensweltlich situierte Lebens- und Arbeitspraxis untersucht wird. Der Begriff der partizipativen Forschung umfasst dabei verschiedene Varianten der kooperativen Forschung (z.B. Community-basierte partizipative Forschung, Aktionsforschung, etc.), die grundsätzlich eine doppelte Zielsetzung verfolgen, nämlich soziale Wirklichkeit zu verstehen und auch zu verändern. Es handelt sich also um einen wertebasierten Forschungsstil, der neben Erkenntniszielen immer auch Handlungsziele verfolgt. In den letzten Jahren lassen sich interessante Entwicklungen bei partizipativen Forschungsansätzen beobachten. Es werden beispielsweise zunehmend kreative und visuelle Methoden wie Photovoice oder performative Methoden und sogenannte "arts-based methods" eingesetzt. Das genaue Vorgehen bei der partizipativen Datenauswertung oder die gemeinsame Publikation von Ergebnissen sind dagegen noch weniger ausgearbeitet. Grundsätzlich besteht aber der Anspruch, alle Phasen des Forschungsprozesses gemeinsam mit Partner*innen aus der Praxis und den Lebenswelten zu gestalten.

Ziel dieser Forschungswerkstatt ist es, partizipative Studiendesigns und forschungspraktische Erfahrungen in methodisch-methodologischer Hinsicht zu reflektieren. Es wird daher erwartet, dass die Teilnehmer*innen der Forschungswerkstatt sich bereits mit der Literatur zur partizipativen Forschung auseinandergesetzt haben.

In dieser Forschungswerkstatt unterscheiden wir nicht zwischen "aktiven" und "passiven" Teilnehmenden, sondern erwarten von allen Teilnehmer*innen die Bereitschaft, sich aktiv zu beteiligen und eigene Fragen und Anliegen einzubringen. Aus diesem Grund werden wir im Vorfeld alle Teilnehmenden bitten, uns ihre Fragen und Problemstellungen zuzusenden, die wir dann der gesamten Gruppe zugänglich manchen werden. Selbstverständlich besteht nach wie vor die Möglichkeit, einzelne partizipative Projekte vertiefend zu diskutieren.

Literatur

  

Forschungswerkstatt: Objektive Hermeneutik

Prof. Dr. Andreas Wernet

Leibniz Universität Hannover, Institut für Erziehungswissenschaft

Dr. Thomas Wenzl

Leibniz Universität Hannover, Institut für Erziehungswissenschaft

Ziel der Forschungswerkstatt ist es, die Teilnehmer*innen mit dem Textinterpretationsverfahren der Objektiven Hermeneutik vertraut zu machen. Dazu gehört einerseits ein Einblick in das konkrete forschungspraktische Vorgehen – also in das Wie des interpretativen Vorgehens –, andererseits die methodologische Reflexion dieses Vorgehens, also die Klärung der Erkenntnispotenziale und Erkenntnisgrenzen der textinterpretativen Fallrekonstruktion. Die Forschungswerkstatt soll auch dazu dienen, Gemeinsamkeiten und Differenzen der Objektiven Hermeneutik zu unterschiedlichen qualitativen Forschungsansätzen (Biographieforschung, Dokumentarische Methode, Grounded Theory, Ethnographie, Qualitative Inhaltsanalyse) zu diskutieren.

Grundlage der gemeinsamen Interpretationen und Diskussionen sind Protokolle, die von den Teilnehmer*innen zur Verfügung gestellt werden. An diesem Material sollen die grundlegenden Operationen des Verfahrens und seine methodologischen Implikationen veranschaulicht und problematisiert werden.

Hinweis für aktive Teilnehmer*innen: Um die Interpretationen in dem zur Verfügung stehenden Zeitrahmen mit der für das Verfahren notwendigen Detailliertheit vornehmen zu können, müssen wir uns auf kurze Textsequenzen beschränken. Deshalb kann leider nur das Datenmaterial eines aktiven Teilnehmers/einer aktiven Teilnehmerin berücksichtigt werden. Die Protokolle sollten sozialisations- und erziehungstheoretischen, bildungswissenschaftlichen oder professionalisierungstheoretischen Kontexten entstammen.

Teilnehmende, die eigene Materialien in die Forschungswerkstatt einbringen möchten und sich als aktiv angemeldet haben, werden – nach der Bestätigung der Teilnahme durch die Organisator*innen – aufgefordert, diese einzureichen. Zu senden sind diese dann an info@berliner-methodentreffen.de. Die Materialien werden vom Organisationsteam gesammelt und an die Anbietende der Forschungswerkstatt weitergeleitet.

Literatur