Mittagsvorlesung 2005: Zur Bedeutung von Forschungswerkstätten in der Tradition von Anselm Strauss

Prof. Dr. Gerhard Riemann

Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Fachbereich Soziale Arbeit

Bei der Entstehung von Forschungswerkstätten zur qualitativen Sozialforschung in Deutschland spielten Erfahrungen mit der Forschungslehre des (1996 verstorbenen) amerikanischen Soziologen Anselm Strauss eine wichtige Rolle. Die Entwicklung seiner Forschungslehre verweist wiederum auf die Tradition des Chicagoer Interaktionismus und auf die Art und Weise, in der Studierende von ihren Lehrern in Feldforschungsaktivitäten hineingezogen und dabei begleitet wurden. In der frühen Phase der Chicagoer Soziologie war Robert E. Park in diesem Zusammenhang von großer Bedeutung, später vor allem sein Schüler Everett Hughes.

Die Vorlesung beschäftigt sich zum einen mit einigen Elementen in dieser Tradition forschenden Lernens und zum anderen mit Erfahrungen, die in den letzten beiden Jahrzehnten mit einigen Forschungswerkstätten gesammelt wurden. Dabei geht es um die Skizzierung des Arbeitsbogens, wie er sich in der Begleitung von empirischen Studien herausgebildet hat, und um die Bestimmung von wiederkehrenden Kernproblemen der Werkstattarbeit und möglichen Fehlentwicklungen in ihrer Bearbeitung.