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Das Berliner Methodentreffen im verflixten 7. Jahr ... und kein bisschen müde

Wie in den Jahren zuvor: Das Berliner Methodentreffen Qualitative Forschung ein voller Erfolg.

News vom 22.07.2011

Wie in jedem Jahr war auch das diesjährige Berliner Methodentreffen Qualitative Forschung, das am 15. und 16. Juli 2011 an der Freien Universität Berlin ausgerichtet wurde, bereits nach der Anmeldung überrannt: Nach 5 Stunden waren bereits mehr als 600 Anmeldungen eingegangen, insgesamt bemühten sich weit mehr als doppelt so viele Personen um einen der begehrten 400 Plätze. Forschungswerkstätten, Workshops, Foyer- und Plenarveranstaltungen in hochkarätiger Besetzung verdeutlichten einmal mehr, dass das Berliner Methodentreffen zu dem zentralen Informations- und Vernetzungsort der deutschsprachigen qualitativen Forschung – quer durch unterschiedlichste Forschungsansätze und Disziplinen – geworden ist. Video- und Audioaufzeichnungen der Plenarveranstaltungen und eine Fotodokumentation werden in Kürze auf www.berliner-methodentreffen.de zur Verfügung stehen.

Das Berliner Methodentreffen wird seit 2005 jährlich vom Institut für Qualitative Forschung in der Internationalen Akademie an der Freien Universität gemeinsam mit dem Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie, der Open-Access-Zeitschrift Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research (FQS) und dem Center für Digitale Systeme (CeDiS) ausgerichtet. Ebenfalls von Beginn an wird die Veranstaltung von dem GESIS Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften und der Hans-Böckler-Stiftung unterstützt.

In Zentrum des Berliner Methodentreffens stehen die – in diesem Jahr 34 – Forschungswerkstätten und Workshops, in denen ausgewiesene Expertinnen und Experten unterschiedlichster qualitativer Forschungsansätze und Methoden gemeinsam mit den Teilnehmenden intensiv an empirischem Material arbeiten. Fachmesse, Postersession und das "Meet the Editor" mit den Herausgeber/innen von Fachzeitschriften und mit Verlagsvertreter/innen bieten zusätzliche Informations-, Gesprächs- und Vernetzungsmöglichkeiten. Plenarveranstaltungen runden diese Angebote ab und erlauben eine Einbettung in aktuelle – auch methodologische und praxisbezogene – Diskurse. Neben einer Mittagsvorlesung von Rainer Diaz-Bone (Universität Luzern), die sich in diesem Jahr mit der "Performativität der qualitativen Sozialforschung" beschäftigte und dem Symposium unter Beteiligung von Franz Beuer (Universität Münster), Arnulf Deppermann (Universität Mannheim), Udo Kuckartz (Universität Marburg) sowie Jo Reichertz (Universität Duisburg-Essen) und moderiert von Katja Mruck (Freie Universität Berlin) und Günter Mey (Hochschule Magdeburg-Stendal), das sich unter dem Titel "All is data" der Frage nach dem Datenbezug qualitativer Forschung widmete, fand erstmals eine Closing Lecture statt: Mit Adele E. Clarke von der University of California, San Francisco, die zu "Qualitative Research and Postmodernism" vortrug, wurde eine international zentrale Protagonistin eingeladen, um die nationalen Debatten vor dem Hintergrund internationaler Entwicklungslinien zu kontextualisieren. Auch aufseiten der Teilnehmenden des diesjährigen Methodentreffens konnten neben Besucher/innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz Kolleginnen und Kollegen aus Dänemark, Großbritannien, Luxemburg, der Niederlande, Serbien, den USA und Weißrussland begrüßt werden.

Dass eine verbesserte Infrastruktur- und Forschungsförderung qualitativer Forschung dringend erforderlich ist, belegt u.a. ein Call des Bundesministeriums für Bildung und Forschung vom Mai 2011, der sich explizit an "geistes- und qualitativ arbeitende sozialwissenschaftliche Fächer" richtet. Das Memorandum für eine fundierte Methodenausbildung in den Human- und Sozialwissenschaften, das ausgehend von den Symposien "Zur Lehr-/Lernbarkeit qualitativer Forschung" und "Qualitative Forschung in der Praxis" der Berliner Methodentreffen 2006 und 2007 verabschiedet und zwischenzeitlich von zahlreichen Fachgesellschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz unterzeichnet wurde, verdeutlicht, dass auch das universitäre Lehr- und Lernangebot gerade mit Blick auf die transdisziplinäre Verfassung qualitativer Forschung dringend verbesserungsbedürftig ist – die Teilnehmer/innen des diesjährigen Methodentreffens kamen aus über 30 Disziplinen, ein Spektrum, das über die Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften bis in Geografie, Medizin und Naturwissenschaften reicht. Mit dem Berliner Methodentreffen, aber auch mit der NetzWerkstatt Qualitativen Arbeitens als Online-Begleitung für Qualifizierungsarbeiten, mit der deutschsprachigen Mailingliste für Qualitative Sozialforschung und mit der Zeitschrift FQS, der mit 15.000 registrierten Leser/innen international größten Zeitschrift in diesem Feld ist es gelungen, an der Freien Universität zentrale und dauerhafte Räume qualitativer Forschung zu etablieren.

 

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